Zeitreise

Eine Zeitreise

Hier biete ich dir eine Zeitreise durch die Vergangenheit in der Region nordwestlichen des Schwarzen Meeres an. Über einen Zeitraum vom Jahr 1000 bis zum Jahr 1995 kannst du die Veränderungen der Herrschaftsgebiete, der Völker, in dieser Gegend verfolgen.

Gerade das Gebiet der Republik Moldova unterlag großen Veränderungen. Nicht umsonst sagt man, dass man dort abend, wenn man zu Bett ging, nicht wusste, in welchem Land man am nächsten Morgen aufwachte. Schau es dir an:

 

Doch dies ist “nur” die Zeit ab dem Jahr 1000. Was war davor? Wer war vor dem Jahr 1000 in der Gegend von Moldova ansässig?

Die Skythen

Die Skythen waren seit dem 8. Jahrhundert nördlich und östlich des Schwarzen Meeres angesiedelt. Sie verdrängten die Kimmerer. Von hier aus stießen sie immer wieder nach Vorderasien vor und machten Raubzüge bis nach Palästina. Einer der bekanntesten Könige der Skythen war Atheas, der im Westen bis an die Donau vordrang und 339 v. Chr. hochbetagt gegen Philipp II. von Makedonien zu Felde zog und fiel. 331 führten die Makedonen unter Zopyrion einen weiteren Krieg gegen die Skythen. Sie stießen bis Olbia am Schwarzen Meer vor, konnten die Stadt aber nicht einnehmen und wurden auf dem Rückzug vernichtend geschlagen. In der Folge siedelten sich die Skythen auf der Dobrudscha an.

Historische Verwendung des Namens “Skythen”

Die Griechen teilten ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. die Völker im Norden in zwei Gruppen ein:

  • Kelten westlich des Rheins
  • Skythen östlich des Rheins

Die Verwendung des Begriffs “Germanen” für die östlich des Rheins liegenden Stämme ist erstmals vom griechischen Geschichtsschreiber Poseidonios um das Jahr 80 v. Chr. überliefert. Als Kelten wurden die westlich des Rheins lebenden Stämme bezeichnet. Endgültig eingeführt wurde dieses Schema von Gaius Iulius Caesar. Als Tacitus seine Germania schrieb, war dies eine als neu bekannte, aber bereits übliche Bezeichnung. Damit war nun eine Dreiteilung der Völker des Nordens und Ostens in

  • Kelten,
  • Germanen und
  • Skythen

üblich.

Damit diente der Begriff “Skythen” also nur als grober Oberbegriff für eine große Anzahl verschiedener barbarischer Völker.

Thrakische (Dakische) Zeit

Immer wieder liest man in Moldova den Straßennamen “Decebal” oder man kennt die Orte “Decebal” im Kreis Satu Mare (Rumänien) oder im Rajon Soroca (Moldawien). Decebal war der letzte König von Dakien, das auf dem Gebiet des heutigen Rumäniens, Bulgariens und Serbiens lag. Moldau, also die heutige Republik Moldova, gehörte nicht zur römischen Provinz Dacia, allerdings wurde dieses Gebiet von den Römern als Teil Dakiens gesehen.

Später, in den Jahren 105 - 270, vermischten sich die römischen Siedler und die östlichen Kulturen zur dako-romanischen Kultur, der späteren rumänischen Kultur. Nachdem sich die Römer zurückgezogen hatten (um 271), zogen während der Völkerwanderung verschieden Volksgruppen durch das Gebiet und ließen sich auch teilweise hier nieder, darunter Hunnen, Ostgoten und Ostslawen (Anten). Auch das bulgarische Reich, die Magyaren, die Petschenegen und die Goldene Horde (Mongolen) setzten sich zeitweise durch.

Und hier sind wir schon wieder bei unserer Zeitreise.

Literatur zum Altertum

Gerade die zeit der Skythen und die thrakische ist spannen und stellt viele Fragen. Aus diesem Grunde ist eine Literatur dazu hilfreich, diese Volksstämme kennen zu lernen und zu verstehen. Dazu habe ich hier eine kleine Auswahl an Literatur:

    "Die Skythen"
    von Hermann Parzinger, Beck, München 2004. Hermann Parzinger ist ein deutscher Prähistoriker und Spezialist für die Kultur der Skythen.
     ISBN 3-406-50842-1

    "Die Welt der Skythen."
    Stutenmelker und Pferdebogner, ein antikes Reitervolk in neuer Sicht von Renate Rolle, C. J. Bucher, München 1991
    ISBN 3-7658-0327-8

    "Die Thraker"
    von Hans Wagner in “Eurasisches Magazin”, Eurasischer Verlag, Althomünster 30.August 2004, abgerufen am 14. Juni 2009.

    "Frühe Völker Europas. Thraker – Illyrer – Kelten – Germanen – Etrusker – Italiker – Griechen"
    von Hermann Ament, Stuttgart 2003
    ISBN 3-8062-1758-0

    "Thraker, Griechen und Römer an der Westküste des Schwarzen Meeres"
    von Manfred Oppermann , Stuttgart 2003
    ISBN 3-8053-3739-6

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